Schwellenland


Allerdings sind die Pläne zum Ausbau von Staudämmen, die British Columbia seit betreibt, heftig umstritten. Später sorgt der Knirps mit seinen unmöglichen Fähigkeiten und den für Menschen nicht nur rätselhaften, sondern sogar erschreckenden Verhaltensweisen für Verwirrung. Er kann Stimmen sowie Geräusche perfekt imitieren und Trugbilder erschaffen, die ihm gleichen. Offenbar sah die Regierung diesen Anwerbeweg als erfolgversprechend an, denn förderte sie Freers zweite Reise.

Straßburger Europaviertel (Europäisches Parliament, Europäischer Rat, Europäischer Gerichtshof)


Laut Energiestudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe lagen die zu gegenwärtigen Preisen und mit der heutigen Fördertechnologie gewinnbaren deutschen Erdölreserven bei insgesamt 41 Millionen Tonnen. Die wirtschaftlich und technisch nicht förderbaren, sowie nicht nachgewiesenen, aber geologisch möglichen Erdölressourcen betrugen 20 Millionen Tonnen.

Andere Erdölvorkommen wie Ölsand würden zwar noch länger reichen, erfordern aber einen viel höheren Energieaufwand beim Abbau. Alle Zahlen beziehen sich auf die Staaten in ihren heutigen Grenzen. Der Zeitpunkt der maximalen Förderrate, das Ölfördermaximum , eines Landes lässt sich mit Gewissheit erst mehrere Jahre nach ihrem Auftreten bestimmen. Russland förderte mit ,5 Millionen Tonnen Sowjetunion In der folgenden Tabelle ist das Jahr aufgeführt, in dem die Förderung eines Landes ihren absoluten Höhepunkt erreichte, die aktuelle Produktion und deren Anteil am Maximum.

Unter Reserven versteht man die zu gegenwärtigen Preisen und mit heutigen Fördertechnologien gewinnbare Menge an Rohstoffen. Allerdings ist die Gewinnung aus Ölsand wegen finanzieller, energetischer und ökologischer Probleme nicht äquivalent zur Förderung von konventionellem Erdöl und die Hinzurechnung daher kritisch zu betrachten.

Die Tatsache, dass ähnliche, nicht eingetretene Vorhersagen bereits in der Vergangenheit getroffen wurden, hat den Begriff Erdölkonstante hervorgebracht. Kritiker dieser Angaben weisen allerdings darauf hin, dass die Zahlen häufig aus politischen Gründen verfälscht wurden. Von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe werden die Reserven von den Ressourcen unterschieden.

Die Bedeutung der beiden Begriffe ist in den verschiedenen Sprachen so unterschiedlich, dass ein konsequenter Gebrauch des Begriffs Reserve fast unmöglich ist. Im Deutschen bezeichnet er meistens den Teil einer Ressource, dessen Abbau nach dem heutigen Stand der Technik wirtschaftlich ist. Bei steigenden Weltmarktpreisen können so aus Lagerstätten Reserven werden, und umgekehrt.

Bei Ressourcen hingegen handelt es sich um Vorkommen, die zwar nachweislich vorhanden sind aber gegenwärtig noch nicht wirtschaftlich gefördert werden können. Es ist vielmehr der zweite von fünf Romanen einer Serie, die nur leider nicht vollständig in die deutsche Sprache übersetzt worden ist. Jedenfalls sollte man "Gateway" gelesen haben, um zu verstehen, von welchen inneren Dämonen Broadhead umgetrieben wird und was es mit den Hitschi sowie ihrer Technik auf sich hat. Der Roman hat zwei Handlungsebenen.

Es ist ein Weltraumhabitat, das als Hitschi-Himmel bezeichnet wird. In der anderen gibt es ein Wiedersehen mit Broadhead, der Hauptfigur von "Gateway", der um das Leben seiner Frau und die eigene wirtschaftliche Existenz kämpfen muss. Wie schon im ersten Band dienen sympathische, vielschichtig charakterisierte Protagonisten als Identifikationsfiguren.

Zugegeben, ich hätte auf pubertierende Jugendliche verzichten können, aber Pohl gewinnt dem Ganzen durchaus ungewöhnliche Aspekte ab. Wan hat daher keine Ahnung, wie man sich im Umgang mit echten Menschen verhält, schon gar nicht in der Gegenwart einer jungen Frau, die nach jahrelangem Raumflug und damit verbundener sexueller Abstinenz ganz besonders an ihm interessiert ist, es ihm aber auch nicht zu leicht machen will Pohl baut das Hitschi-Universum weiter aus.

Die Herter-Halls halten die Handlanger dieser Maschine zunächst für Hitschi, doch es stellt sich heraus, dass es sich um ferne Nachfahren von irdischen Urmenschen handelt, die einst von den Hitschi entführt worden sind. Was die Menschen nicht wissen: Die Hitschi gehen davon aus, dass sie selbst für einen unbekannten Feind dasselbe darstellen, was die "Experimente" also zum Beispiel die Menschheit für die Hitschi sind!

Jede Gilde darf nur eine festgelegte Anzahl genau definierter und lizenzierter Verbrechen verüben. Diese Selbstregulierung ermöglicht es den Bürgern Ankh-Morporks, ihre Verluste für die sie stets eine Quittung erhalten im Voraus zu kalkulieren.

Sie hat allerdings auch dazu geführt, dass sich niemand mehr für die Stadtwache interessiert. Ordnungshüter werden schlicht nicht mehr gebraucht, und so schrumpft die Mannschaftsstärke der Wache immer weiter, bis nur noch Hauptmann Samuel Mumm, Feldwebel Colon und Korporal Nobbs übrig sind. Seine Männer sind nur einen Schritt vom Halunkentum entfernt. Eines Tages tritt ein junger Rekrut in die Nachtwache ein.

Jetzt soll er bei der Nachtwache zu einem echten Mann heranreifen. Mit dieser Einstellung wirbelt Karotte das zwar deprimierende, aber ruhige Leben der Wachen gehörig durcheinander. Doch damit nicht genug. In Ankh-Morpork treibt ein Drache sein Unwesen! Mumm und seine Leute sollen sich der Sache annehmen, stehen der Kreatur jedoch hilflos gegenüber, denn es handelt sich nicht etwa um einen jener nur 30 Zentimeter langen Sumpfdrachen, die von der adligen Züchterin Lady Sybil Käsedick liebevoll und sehr, sehr vorsichtig aufgrund des besonderen Stoffwechsels der Drachen besteht bei jedem Schluckauf Explosionsgefahr aufgepäppelt werden.

Dieses Exemplar gehört zur für ausgestorben gehaltenen Spezies der Erhabenen Drachen, ist zwanzig Tonnen schwer und spuckt Feuer, das sogar Stahl verdampfen lässt. Niemand ahnt, dass der Drache von einer Geheimbruderschaft beschworen wurde und eine entscheidende Rolle bei der Entmachtung Vetinaris spielen soll. Terry Pratchett mag sich ab und zu ein wenig wiederholen, was beim achten Scheibenwelt-Roman auch nicht verwunderlich ist, aber er bringt doch immer wieder das Kunststück fertig, seinem an sich schon faszinierenden Universum zusätzliche Facetten hinzuzufügen und neue Hauptfiguren einzuführen, die auf ihre ganz eigene Weise ebenso schrullig wie liebenswert sind.

Diesmal sind das die Mannen von der Stadtwache Ankh-Morporks, die übrigens in vielen weiteren Romanen auftreten. Es ist typisch für Pratchett, dass er die Jungs von der Wache trotz aller Skurrilität nicht zu Witzfiguren macht, zumindest nicht allzu sehr.

Pratchett widmet den Protagonisten viel Aufmerksamkeit, so dass mir Mumm und seine Mannen ans Herz gewachsen sind. Lady Käsedick ist ein Kaliber für sich. Normalerweise stapft die stattliche Dame aufgrund ihres Hobbys mit schwerer feuerfester Schutzkleidung durch die Gegend. Für Hauptmann Mumm wirft sie sich schon mal in mehrere Hektar Seide und wirkt dann wie eine voll getakelte und parfümierte Vollmastbark.

Dass ausgerechnet diese mehr als nur resolute Jungfrau dem Drachen geopfert werden soll, ist eines der vielen i-Tüpfelchen des Romans. Sie alle und viele weitere Figuren sorgen für köstliche Situationen, humorvolle Dialoge und das unverwechselbare Scheibenwelt-Flair. Witzige Anspielungen auf andere Fantasy- Universen und Seitenhiebe auf die reale Welt fehlen nicht, aber die gut ausgearbeitete Story ist mehr als nur der Stichwortgeber für Gags.

Der Jupitermond Ganymed wird durch Terraforming bewohnbar gemacht. Langsam über die Oberfläche wandernde Maschinen schmelzen die kilometerdicke Eiskruste. Speziell für die Verhältnisse auf dem lebensfeindlichen Himmelskörper zugeschnittene Kunstwesen ernähren sich von giftigen Substanzen und scheiden Sauerstoff oder Dünger aus. Auf diese Weise konnten die Verhältnisse auf Ganymed innerhalb einiger Jahrzehnte so verändert werden, dass die Errichtung menschlicher Kolonien möglich wurde.

Das Leben in den Kuppelstädten Hiruko und Sidon ist hart und entbehrungsreich. Nur im Schutze der Kuppeln kann man sich ohne beheizte Schutzanzüge bewegen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Unfällen, auch aufgrund tektonischer Verschiebungen infolge der Eisschmelze.

Obendrein mutieren die Kunstwesen schnell, so dass sich Lebensformen mit unerwarteten, teils gefährlichen Eigenschaften entwickeln. Es gibt noch einen Faktor, der die Besiedlung Ganymeds gefährdet: Dieses riesige, möglicherweise Jahrmillionen alte Artefakt unbekannten Ursprungs gräbt sich auf unvorhersehbaren Bahnen durch den Eispanzer des Mondes, erscheint manchmal auch an der Oberfläche und macht die Bemühungen der Menschen zunichte.

Es greift die Siedlungen nicht gezielt an, aber was auch immer dem Aleph im Wege steht, wird zermalmt. Auf viele Siedler übt das Aleph eine eigenartige Faszination aus, so auch auf den dreizehnjährigen Manuel Lopez aus Sidon. Unterstützt von intelligenzoptimierten, in Maschinenhüllen steckenden Tieren dezimieren die Männer den Bestand mutierter Biotech-Wesen, aber in Wahrheit geht es ihnen um das Aleph. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Leser nicht aus der Feldherrnhügel-Perspektive von Machthabern oder sonstigen privilegierten Personen heraus erfährt, wie es sich anfühlt, auf Ganymed zu leben.

Die Verhältnisse werden "von unten" geschildert, aus dem Blickwinkel einfacher Arbeiter und Jäger. Das funktioniert erstaunlich gut! Ich konnte mich stets in die Situationen hineinversetzen und hatte ein deutliches Bild vom harten Leben der Pioniere in der Eishölle Ganymeds vor Augen. Die Fremdartigkeit des Aleph, dessen Geheimnis gewahrt bleibt, ist ebenfalls gut rübergekommen.

Die Geschichte Manuels und seine Entwicklung treten dem gegenüber deutlich in den Hintergrund. Die Story verläuft mit mehreren Zeitsprüngen und lässt sich auf die Binsenweisheit reduzieren, dass der Mensch zu vernichten trachtet, was er nicht versteht. Insgesamt hatte ich irgendwie den Eindruck, dass Benford den Roman nicht wirklich vollendet hat. Die Seterra ist in den Orbit des gleichnamigen Planeten eingeschwenkt. Das schwer angeschlagene Raumschiff wird die Umlaufbahn nie wieder verlassen, zumindest nicht aus eigener Kraft.

Den anderen Überlebenden der Kernbesatzung ist es ähnlich ergangen, sie wurden auf unbedeutende Posten abgeschoben. An die Personen wurden inzwischen erweckt, darunter zahlreiche Soldaten, die die Machtposition des Militärrates sichern. Die Situation ist angespannt, denn nicht alle Besatzungsmitglieder sind mit Vendelts Entscheidungen einverstanden. Zudem leiden immer mehr Erweckte unter den Nachwirkungen der langen Hibernationsphase.

Schlafstörungen und andere Probleme sind die Folge. Manche Erweckungen schlagen fehl. Die Betroffenen fallen ins Koma. Ihren Informationen zufolge verlieren die Medikamente, welche zur Blockierung der Erinnerung an die mit der Hibernation verbundenen Alpträume eingesetzt werden, unter psychischem Druck ihre Wirkung.

Sollte einer der bis an die Zähne bewaffneten Soldaten von diesem Phänomen betroffen sein, wären die Folgen katastrophal. Währenddessen wird die Besiedlung Seterras vorbereitet. Über die Entstehung dieses mit radioaktivem Magma gefüllten Kraters kann nur spekuliert werden. Die Atmosphäre von Seterra ist atembar und es gibt Leben auf der so unwirtlich wirkenden Welt.

Die verschiedenen teils gefährlichen Kreaturen bereiten den Forschern Kopfzerbrechen, denn einige ähneln der irdischen Fauna. Manche Menschen glauben ohnehin, dass die Reise der Seterra nicht zu einem fremden Planeten geführt hat, sondern zurück zur verstrahlten und verseuchten Erde. Gleichwohl wird mit dem Aufbau einer Siedlung begonnen. Absetzcontainer bringen Menschen und Material auf die Planetenoberfläche. Doch nach einiger Zeit greifen die psychischen Störungen immer weiter um sich.

Später wird festgestellt, dass sich die Soldaten gegenseitig umgebracht haben. Das Landeunternehmen muss abgebrochen werden. Man spricht von einer Epidemie, die angeblich auf Seterra ausgebrochen ist. Die Betroffenen werden in Quarantäne genommen. Trotz allem gehen die Erweckungen weiter. Zum Mittelteil der "Seterra"-Trilogie fällt mir kaum was Neues ein, daher verweise ich auf meinen Kommentar zum ersten Band. Das alles gilt auch für diesen Roman.

Möglicherweise ist die technisch-kalte Schilderung des Lebens im Raumschiff beabsichtigt, aber ich finde es doch seltsam, dass die Protagonisten nie in privaten Momenten gezeigt werden. Sie scheinen permanent zu arbeiten, zumindest erfahren wir nichts über ihre Freizeittätigkeiten und das sonstige Bordleben. Zwischenmenschliche Beziehungen existieren offenbar überhaupt nicht. Zudem treten einfach zu viele Figuren auf. Es ist schon bezeichnend, dass ich manchmal gar nicht wusste, wer die Person ist, aus deren Perspektive ein Kapitel erzählt wird.

Seltsam finde ich auch, dass keinerlei Aufbruchsstimmung spürbar ist bzw. Stattdessen versuchen die Räte, die Menschen unmerklich zu manipulieren, wobei sie ganz schön verschwenderisch mit den allerletzten Überresten der Menschheit umgehen.

So werden die in Quarantäne befindlichen Zivilisten geopfert, damit sich die Soldaten zum Abbau des psychischen Drucks austoben können. Ein unliebsamer Offizier wird nur deshalb in eine wichtige Position manövriert, damit er als Kristallisationspunkt für den Hass der Besatzungsmitglieder herhalten kann, der sich sonst gegen den Rat richten könnte.

Ich würde sagen, dass der Autor beim Versuch, die Hoffnungslosigkeit der Situation zu schildern, deutlich übers Ziel hinausgeschossen ist. Damit ist er dem Rat seiner Pflegeväter nachgekommen, die Shams Träume als Hirngespinste abgetan haben. Tatsächlich interessiert sich der junge Mann nicht sonderlich für die Jagd auf die riesigen Bestien, welche die freien Bereiche zwischen den ineinander verwobenen Schienensträngen des Gleismeeres unsicher machen und jeden in ihr unterirdisches Reich zerren, der es wagt, die blanke Ebenerde zu betreten.

Kurz vor seinem Tod hat der oder die Unbekannte offensichtlich versucht, etwas in einem Loch im Erdboden zu verstecken. Sham holt eine Speicherkarte aus dem Loch und wird prompt von Säbelzahnmullen attackiert, die unter dem Waggon lauern. Sham rettet sich mit knapper Not, muss seinen hart erworbenen Fund allerdings sogleich an Kapitänin Abacat Naphi abgeben.

Sham darf zusehen, während Naphi den Inhalt der Speicherkarte beim nächsten Landgang lesbar macht. Vor Jahren hat Naphi einen Arm an dieses Ungeheuer verloren. Seitdem setzt sie alles daran, Mocker-Jack zur Strecke zu bringen.

Angezeigt werden Fotos, die von den toten Bahnern aufgenommen worden sind. Auf häusliche Szenen, die unter anderem Sohn und Tochter der Toten zeigen, folgen Aufnahmen von verschiedenen Abschnitten des Gleismeeres. Von Mocker-Jack ist nichts zu sehen, dennoch sind Naphi und Sham fasziniert, denn der wracke Zug muss auf seinen ausgedehnten Reisen in die entlegensten Regionen des Gleismeeres einem "Engel" begegnet sein, einem der legendären automatisierten Züge, zu deren Aufgaben die Instandhaltung der Schienenstrecken gehört.

Angesichts des letzten Bildes verschlägt es Sham und Naphi den Atem. Die Aufnahme zeigt eine unmögliche Ungeheuerlichkeit: Ein einzelnes, sich schnurgerade in die Unendlichkeit erstreckendes Gleis, das aus dem Gleismeer hinausführt!

Naphi löscht alle Aufnahmen, doch es gelingt Sham, das letzte Bild heimlich mit seiner eigenen Kamera abzulichten. Sham, selbst Waise, ist fest entschlossen, ihnen die Nachricht vom Ende ihrer Eltern zu überbringen. So macht er die Bekanntschaft von Caldera und Caldero Shroake, die ziemlich genau wissen, wonach ihre Eltern gesucht haben und aus diesem Grund unter ständiger Beobachtung stehen.

Als sie sich auf den Weg machen, um den Spuren ihrer Eltern zu folgen, heften sich verschiedene Glücksritter auf ihre Fersen. Da Sham mehr oder weniger eingeweiht ist, wird er von Piraten entführt Die Story dieses Romans dürfte dem kundigen Leser sehr bekannt vorkommen.

Stevenson mit einer Prise Strugatzki. Und zwar stets mit deutlichem Augenzwinkern. So ist Abacat Naphi keineswegs die einzige Kapitänin, für die die Jagd auf ein besonderes Exemplar der mörderischen Gleismeerfauna zur an Wahnsinn grenzenden Besessenheit geworden ist, oder genauer gesagt zu einer "Philosophie". Jeder Kapitän-Ahab-Verschnitt assoziiert eine bestimmte Eigenschaft mit seinem jeweiligen Schicksalstier, die es zu deuten gilt und die er selbst besitzt.

So kommt es nicht überraschend Achtung, Mini-Spoiler , dass Naphi in Wahrheit gar kein Körperteil an ihre "Philosophie" verloren hat, wie es sich für einen ordentlichen Kapitän gehört. Sie hat diese Geschichte nur erfunden und trägt den mechanisierten Kunstarm wie einen Handschuh über dem gesunden Arm. Die Story von "Das Gleismeer" ist trotz derartiger Kniffe zu vorhersehbar, um spannend zu sein.

Faszinierend wird der Roman nur durch den Weltenbau, den ich als Bahn-Vielfahrer übrigens als vollkommen unrealistisch bezeichnen muss, denn nach meinen Erfahrungen nimmt die Zuverlässigkeit eines solchen Verkehrsmittels mit zunehmender Ausdehnung und Komplexität dramatisch ab. In der Steampunkwelt dieses Romans muss man die Ozeane gedanklich ebenso durch endlose ineinander verwobene, in mehreren Schichten und verschiedenen Spurweiten verlaufende Schienenstränge ersetzen, wie man sich anstelle von Segel- und Dampfschiffen verschiedene Züge vorstellen muss: Maulwurfsjäger, Güterzüge, schwer bewaffnete Militäreinheiten und so weiter, auch Piraten, die ganz ähnlich auf Kaperfahrt gehen wie Captain Jack Sparrow.

Ganz so wie unter der Wasseroberfläche unserer Ozeane leben diverse bizarre Kreaturen unter der Erdoberfläche. Die vergifteten oberen Atmosphäreschichten werden von fliegenden Bestien aus anderen Welten unsicher gemacht. Dieser Weltenbau ermöglicht einen köstlichen finalen Clou Achtung, weitere Spoiler. Das Gleismeer ist das Ergebnis komplett aus dem Ruder gelaufener Spekulationsgeschäfte und jenseits des Gleismeers leben die degenerierten Nachkommen der Betreibergesellschaft.

Sie warten darauf, den Benutzern der Verkehrswege eine Rechnung in astronomischer Höhe vorlegen zu können Ideen dieser Art sind es, die den Roman lesenswert machen, auch wenn er ab und zu hart an der Grenze zur Selbstparodie entlangschrammt oder diese sogar überschreitet. Die Lektüre wird nicht unerheblich dadurch erschwert, dass im gesamten Text kein einziges Mal das Wort "und" vorkommt.

Damit soll die Komplexität der endlosen Windungen des Gleismeers symbolisiert werden. Die jährige Journalistin Felizia Sanddorn, genannt Feli, ist verschwunden. Fahle wendet sich an Georg Wilsberg, weil dieser während seiner Referendarzeit für eine Anwaltskanzlei gearbeitet hat, die mit der Verteidigung eines RAF-Mannes befasst war.

Mit dieser Phase seines Lebens hat Wilsberg längst abgeschlossen, doch Euro Anzahlung sind ein überzeugendes Argument für den unter chronischer Geldnot leidenden Münsteraner Privatdetektiv. Es gibt nur eine Spur: Ihm wird schnell klar, dass Fahle nicht die ganze Wahrheit gesagt hat. Wilsberg stöbert die Frau in New York auf, erfährt aber nur, dass Feli tatsächlich bei ihr war. Vor vier Tagen ist sie abgereist. Seither fehlt jede Spur von der jungen Frau.

Wilsberg fliegt nach Amsterdam, um Fahle auf den Zahn zu fühlen. Fahle gibt zu, dass er zur Kommandoebene der RAF gehört hat. Eine echte Familie hatte er nicht, Frau und Tochter waren damals lediglich Bestandteil seiner Legende von einem normalen Leben.

Er befragt Felis Mutter Henrike, die auf Fahle alles andere als gut zu sprechen ist die Ehe existiert nur noch auf dem Papier. Sie behauptet, Feli habe am Vortag angerufen und es gehe ihr gut. Noch am selben Abend erhält Wilsberg Besuch vom Staatsschutz. Er wird aufs Polizeirevier "gebeten" und unter Druck gesetzt, muss aber laufen gelassen werden, weil er sich nichts hat zu Schulden kommen lassen.

Überraschenderweise erhält er einen Anruf von Feli, die das bestätigt und den Detektiv auffordert, sie in Ruhe zu lassen. Für Wilsberg ist die Sache nun fast schon erledigt. Dann wird er von Fahle zu einem persönlichen Treffen gebeten.

Wilsberg wird von Unbekannten betäubt. Als er mit blutbeschmierten Händen zu Hause wieder zu sich kommt, steht schon ein Sondereinsatzkommando vor der Tür.

Die Waffe, mit der Fahle erschossen wurde, und Es sieht schlecht aus für Wilsberg Wilsbergs Privatleben wird ebenfalls weitgehend ausgeklammert. Tochter Sarah kommt nur mal übers Wochenende zu Besuch und mit Pia Petry siehe Band 16 läuft es zurzeit nicht gut; Wilsbergs Kollegin aus Hamburg wird nur kurz erwähnt.

Das ist einerseits schade, weil diese Elemente einen guten Teil des Charmes der Wilsberg-Romane ausmachen. Andererseits finde ich die Konzentration auf den Fall gar nicht schlecht. Wilsberg tastet sich durch das Gestrüpp falscher Informationen, so dass der Leser zusammen mit ihm ganz allmählich den wahren Zusammenhängen auf die Spur kommt.

Dabei ist sich Wilsberg der Tatsache, dass jeder seiner Schritte genau beobachtet wird, zunächst gar nicht bewusst. Wilsberg wird tief in die Nachwirkungen eines finsteren Kapitels der jüngeren Geschichte hineingezogen. In meiner Kindheit, also in den Siebzigerjahren, waren sie überall zu sehen, die Fahndungsplakate mit den Fotos der RAF-Mitglieder, und die von ihnen im so genannten "Deutschen Herbst" des Jahres verübten schrecklichen Anschläge waren medienbeherrschend.

Über die dritte Generation ist weit weniger bekannt. Um den Tod von Wolfgang Grams in Bad Kleinen ranken sich Legenden und es wurde behauptet, nicht die RAF hätte die ihr zugeschriebenen Attentate begangen, zumindest nicht allein, sondern mit Hilfe der Geheimdienste, die daran interessiert waren, das Bedrohungsszenario am Leben zu erhalten.

Inzwischen scheint die RAF aus unserem kollektiven Bewusstsein verschwunden zu sein. Genau hier setzt Kehrers Roman an. Aus Spoilergründen nur soviel: Im Wilsberg-Universum sind die Verschwörungstheorien durchaus begründet. Zur Vorgeschichte siehe Die Wüstengötter. Nach wie vor muss ihm ein versierter Assistent zur Hand gehen.

Ein Muster in der Auswahl der Mordopfer ist nicht erkennbar. Sämtliche Leichen sehen aus, als wären sie von innen heraus explodiert. Spuren der Anwendung von Thaumaturgie wurden an allen Tatorten gefunden, aber nicht in der Stärke, die erforderlich wäre, derart schreckliche Verletzungen zu verursachen. Sein Vorgesetzter, Geheimrat Karliban, befürchtet das Schlimmste, sollte der Fall nicht bald aufgeklärt werden.

Es kommt zur Lynchjustiz, als in der Presse angedeutet wird, der Täter sei womöglich ein Ork. Obendrein scheint es keine Hindernisse für den Mörder zu geben. Er könnte also auch im königlichen Palast zuschlagen. Bei der Befragung der Nachbarn des ermordeten Trolls ist er einer Verflossenen namens Juudit begegnet. Jorge kann sich kaum an die gemeinsam verbrachten Nächte erinnern, aber es kann kein Zweifel daran bestehen, dass der übergewichtige, bebrillte und ziemlich un-trollisch gekleidete Junge, den Juudit ihm präsentiert, die Frucht seiner Lenden ist.

Der Gedanke, Verantwortung für den dreizehnjährigen Jungen namens Jopert übernehmen zu müssen, lässt Jorge nicht los. Trotz dieser Ablenkung erkennt Jorge endlich doch, worin das verbindende Element der Morde besteht. Offensichtlich hat sich der Täter seinen Opfern über die Kanalisation genähert. Hippolit und seine Kollegen steigen in die Unterwelt hinab, wo sie prompt thaumaturgische Spuren finden.

Bevor sie diesen nachgehen können, werden sie von den "Zerbrochenen" attackiert, Bewohnern der versunkenen Stadt Kantarh. Tatsächlich haben sie ähnliche Probleme; in jüngster Zeit sind zahlreiche Unterweltbewohner spurlos verschwunden.

Steckt etwa der legendäre Pfuhldrache, eine ganz aus Exkrementen bestehende Kreatur, hinter den Klosettmorden und dem Verschwinden der Zerbrochenen?

Meister Hippolit und Jorge bilden das ungewöhnlichste Ermittlerduo, das mir in der Fantasy je untergekommen ist. Troll Jorge ist der leicht unterbelichtete Mann fürs Grobe und bildet einen denkbar krassen Gegensatz zu seinem stets sachlichen, ziemlich überheblich daherkommenden Chef. Nophelet wurde schon in früheren Romanen als ziemlich zwielichtiger Ort voller Korruption, sozialer Ungerechtigkeit und Dreck beschrieben, aber die stinkenden Eingeweide der Stadt, in denen sich diesmal Teile der Handlung abspielen, sind denn doch eine Sache für sich.

Überhaupt ist der Roman nichts für zart Besaitete; der Zustand der Mordopfer wird zum Beispiel in allen blutig-kotigen Details beschrieben Es mag etwas zu lange dauern, bis M. Die weitere Ermittlungsarbeit gestaltet sich jedoch recht interessant. Erst gegen Ende zeichnen sich die wahren Zusammenhänge ab. Aufgelockert wird das Ganze durch Jorges Bemühen, dem so unversehens in sein Leben getretenen Sohn ein guter Vater zu sein dass man sich darunter in Trollkreisen etwas anderes vorstellt als bei Menschen, dürfte klar sein , und mittels anderer Nebenhandlungen.

So erfahren wir erstmals etwas mehr über Geheimrat Karliban, M. Hippolits neuer Assistent bleibt eher blass; es wäre mir lieber gewesen, wenn M.

Wie üblich werden viele Trollsprichwörter zum Besten gegeben, inzwischen stören sie mich gar nicht mehr. Auch sonst ist positiv zu vermerken, dass auf Slapstick und Blödeleien weitgehend verzichtet wurde. Ironie, Situationskomik, skurrile Ideen und schräge Vögel sorgen für amüsante Momente in einem an sich recht düsteren Roman.

In diesem Stil kann es gern weitergehen! Im Falle von "Agent 6" ist das nicht möglich und auch den Kommentar kann ich nicht spoilerfrei halten. Deshalb stelle ich ausnahmsweise mein Fazit an den Anfang. Mir wäre es lieber gewesen, ich hätte das vor Beginn der Lektüre nicht schon gewusst. OK, dann folgt hier der Teaser. Zur Vorgeschichte siehe Kind 44 und Kolyma. Er hat sich vollständig von seinem früheren Leben distanziert und will nichts mehr mit dem menschenverachtenden System der UdSSR zu tun haben.

Leos innerer Wandel wurde nicht zuletzt durch die Beziehung zu seiner Frau Raisa ausgelöst, deren moralische Stärke nicht ohne Wirkung auf den ehemaligen Agenten geblieben ist. Aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft ist im Verlauf der Jahre innige Liebe entstanden, und je tiefer diese Gefühle geworden sind, desto mehr ist Leos Pflichtgefühl gegenüber dem Staat geschwunden.

Durch diesen Wandel hat Leo sich selbst schwer geschadet; er hat sämtliche Privilegien verloren. Er arbeitet jetzt als Werksleiter einer kleinen Fabrik und bewohnt mit seiner Familie eine bescheidene Mietwohnung. Raisa dagegen hat Karriere gemacht. Raisa und ihre Töchter sind begeistert, denn Auslandsreisen waren für sie bisher undenkbar.

Leo, der aufgrund seiner Unzuverlässigkeit in Ungnade gefallen ist, darf nicht an der Reise teilnehmen. Schweren Herzens lässt er seine Familie ziehen. Ihm ist klar, dass die sowjetische Delegation unter der ständigen Beobachtung der Geheimdienste beider Seiten steht und dass man versuchen wird, politisches Kapital aus der Sache zu schlagen.

Leos Befürchtungen sind nur zu berechtigt. Ausgerechnet seine Tochter Elena soll zum Werkzeug in einer perfiden Intrige werden. Austin lässt sich von der idealistischen jungen Frau überzeugen.

Während seiner Rede wird er von einem Unbekannten erschossen. Raisa wird tödlich getroffen. Leos Welt bricht zusammen. Er wird nur durch die Suche nach der Wahrheit am Leben gehalten. Es wurde so dargestellt, als sei Raisa Austins Geliebte gewesen. Daraufhin habe Raisa ihn getötet und sei von seiner Ehefrau aus Rache umgebracht worden, die danach die Waffe gegen sich selbst gerichtet habe. Leo glaubt keine Sekunde lang, dass von diesem Eifersuchtsdrama auch nur ein einziges Wort wahr ist.

Nachdem er Jahre damit verbracht hat, die dürftigen Informationen zusammenzutragen, an die er in Moskau herankommen konnte, versucht er das Land zu verlassen. Iwanow ist seinerzeit untergetaucht und Leos Recherchen zufolge bereits gestorben.

Er wird an der Grenze abgefangen und hat es nur der Protektion durch seinen alten Kameraden Frol Panin zu verdanken, dass er nicht hingerichtet wird. Und damit tritt der Roman nach einem weiteren Zeitsprung bereits zwischen Raisas Tod und Leos gescheitertem Fluchtversuch vergehen einige Jahre in jene Phase ein, die ich oben mit "nicht unbedingt erforderlich" meinte.

Leo schult Nachwuchsagenten der afghanischen Sicherheitspolizei und kommt dabei einer jungen Frau namens Nara Mir näher, die für den weiteren Handlungsverlauf zwar in gewisser Weise wichtig ist, eigentlich aber nicht gebraucht wird. Dasselbe gilt für ein kleines Mädchen namens Zabi, die einzige Überlebende eines russischen Luftangriffes auf ein afghanisches Dorf. Auch die Vorgeschichte der Roman beginnt nicht , sondern mit einem Besuch Jesse Austins in Moskau hätte vielleicht nicht in dieser Ausführlichkeit erzählt werden müssen.

Wie dem auch sei: Es gelingt Leo am Ende, den Fall aufzuklären. Die Tatsache, dass er dadurch keine Erlösung findet, ist natürlich tragisch, aber konsequent und lobenswert. Ein "Happy End", bei dem Leo in sein früheres Leben zurückkehrt, wäre ebenso unglaubwürdig wie billig gewesen. Im Abschluss der Leo Demidow-Trilogie zeichnet der Autor erneut nicht nur ein plastisches Bild der Hauptfigur, sondern auch eines der Verhältnisse, mit denen Leo es zu tun hat.

Diesmal sind es die Machenschaften der Geheimdienste beider Seiten im Kalten Krieg, später dann die Situation im russisch besetzten Afghanistan. Dass sich die Amerikaner bei der Verfolgung von Kommunisten in der McCarthy-Ära die Hände schmutzig gemacht haben, ist ja allgemein bekannt. Ich habe allerdings nicht gewusst, dass es für Jesse Austin ein reales Vorbild namens Paul Robeson gibt.

Ich rechne es dem Autor hoch an, dass er weder die an der Intrige beteiligten russischen noch die amerikanischen Agenten als klischeehafte Bösewichte darstellt. Anders als bei den vorhergehenden Bänden würde ich diesmal übrigens nicht sagen, dass man den Roman unabhängig von den anderen lesen kann.

Rückschauend betrachtet bildet die Leo-Demidow-Trilogie eine Einheit. Professor Viktor Vau gilt als einzelgängerischer Sonderling. Von seinen Kollegen wird der Forscher mit Fachgebiet kognitive Neurolinguistik, der vor Jahren seinen Abschied vom akademischen Leben genommen und seitdem nicht mehr publiziert hat, sogar für einen Spinner gehalten. Sein Lebenswerk ist die Erschaffung einer perfekten Sprache, die die Welt exakt beschreibt, weil jeder Begriff nur eine einzige unmissverständliche Bedeutung hat.

Der Professor führt Experimente mit unheilbar an Schizophrenie Erkrankten durch, bei denen die Kommunikation zwischen rechter und linker Gehirnhälfte gestört ist. Die Patienten erhalten ein von Professor Vau entwickeltes Medikament und müssen einen bestimmten Text seiner Sprache auswendig lernen. Mit dieser Methode hat er schon einige Erfolge erzielt. Die entsprechenden Probanden gelten als geheilt; bei ihnen ist lediglich eine milde Form von Autismus zurückgeblieben. Einer seiner Schützlinge namens Christian Sonntag kann somit ein ganz normales Leben führen.

Er betreibt ein Lokal, das Vau seit vielen Jahren aufsucht. Eines Tages wird ihm dort eine neue Servicekraft vorgestellt. Vau arbeitet bevorzugt allein. Er beschäftigt lediglich eine Assistentin. Es handelt sich um eine unbemannte Raumkapsel, die offensichtlich nie dafür ausgelegt war, eine Besatzung zu beherbergen.

Obendrein steht fest, dass sie von keinem bekannten Weltraumbahnhof aus ins All gebracht worden ist. Im Inneren der Kapsel befindet sich eine in einer unbekannten Sprache verfasste Botschaft. Da Vau trotz seines zweifelhaften Rufs als Koryphäe auf seinem Fachgebiet gilt, wird er zur Verstärkung des internationalen Forscherteams hinzugezogen. Bandas Sicherheitschef Joel Winter überwacht das Ganze. In Vaus Heimat zeichnen sich bedrohliche Entwicklungen ab.

Untergrundkämpfer verüben Bombenanschläge, mit denen sie die bevorstehende Weltausstellung torpedieren wollen. Die Polizei hat keine Ahnung, wer "der Florist" ist. Der zuständige Kommissar Marc Fellner gerät zunehmend unter Druck. Der Florist erhält Anweisungen von inneren Stimmen. Diese befehlen ihm, Astarte zu töten. Währenddessen fällt es Vau nicht schwer, den in der Raumkapsel gefundenen Text zu entschlüsseln, denn dieser wurde in der von ihm entwickelten Sprache verfasst. Es handelt sich um eine Bedienungsanleitung für einen in der Kapsel versteckten Videoprojektor, den Vau heimlich in Betrieb nimmt.

Er versteht nicht alles, aber schon der erste Satz genügt, um ihn die Flucht ergreifen zu lassen, woraufhin er von den Geheimdiensten gejagt wird. Er lautet "Tötet Viktor Vau"! Der Klappentext behauptet, dies sei das gefährlichste Buch, das man je in den Händen halten werde, denn seine exakte Sprache sei eine tödliche Waffe. Lederoptik, Nieten an den Kanten, Gummibändchen. Was der Klappentext nicht verrät: Das Buch ist Science Fiction. Vorsicht, hier folgen Spoiler bis zum Ende des Absatzes: Viktor Vaus Wörterbuch ist deshalb so gefährlich, weil sein Inhalt in einigen hundert Jahren zur einheitlichen Weltsprache wird.

Diese Sprache lässt keinen Raum mehr für Unklarheiten, allerdings auch nicht für Kreativität oder Humor. Nahezu alle Menschen hören "Stimmen", die ihnen sagen, was richtig und was falsch ist, somit also vorgeben, wie man sich verhalten soll. In dieser Epoche gibt es fast nichts mehr, was an unsere Zeit erinnert.

Ein aus einem Forschungslabor entwichener Pilz hat innerhalb weniger Jahre alle Bücher usw. Die Datenspeicher aller Computer weltweit sind einer Schadsoftware zum Opfer gefallen. Sie schicken einen Agenten in die Vergangenheit, der ihn töten soll. Die Regierung schickt einen Protektor hinterher, um den Mord zu verhindern. Wir haben es also mit Zeitreisen zu tun. Leider wird die Handlung vorhersehbar, sobald das klar ist.

Die Fallstricke dieser Thematik werden zudem nur kurz angerissen. Es wird nicht richtig klar, was "die Union" ist, in der Professor Vau lebt. Möglicherweise ist eine zukünftige EU gemeint. Hier hat "die Dynastie" das Sagen, eine Elite der Bevorzugten, in der sich der Nachwuchs an der Spitze von Wirtschaft und Politik stets aus den eigenen Reihen rekrutiert.

Demokratie ist nur noch eine Illusion, mit der die Bürger ruhig gehalten werden. Bei der Ausgestaltung dieser Welt bleibt der Autor seltsam vage, was es dem Leser nicht erleichtert, in die Geschichte hineinzufinden. Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn der Autor auf die eine oder andere Nebenfigur verzichtet und unwesentliche Abschweifungen wie Vaus lang und breit geschilderte Flucht weggelassen hätte. Das gilt auch für die Sache mit dem Serienmörder.

Ich nehme an, dass an seinem Beispiel gezeigt werden soll, welche schrecklichen Folgen Vaus Experimente haben, aber ich fand das etwas zu plakativ. Immerhin werden alle Handlungsfäden am Ende zu einem sinnvollen Gewebe verflochten. Ich hatte zuerst an unglaubwürdige Zufälle geglaubt, aber irgendwie kriegt der Autor dann doch noch die Kurve. Es lohnt sich, ein wenig in dieser Richtung zu recherchieren.

Zur Vorgeschichte siehe Die Wiederkehr. Department 19, die weltweit älteste Institution zur Bekämpfung von Vampiren, steckt in einer schweren Krise. Der Angriff war nur durch Verrat möglich. Jamie Carpenter hat einen Kontaktmann der Vampire identifiziert und unschädlich gemacht, doch es muss weitere Maulwürfe geben. Eine Prüfungskommission wird eingerichtet, die alle Beschäftigten von Department 19 unter die Lupe nehmen soll. Jamie wiederum ist mit der Ausbildung von Rekruten befasst und muss feststellen, dass selbst jahrelange Erfahrung in militärischen Spezialeinheiten kein Garant dafür ist, dass jemand die erste Begegnung mit einem Blutsauger übersteht.

Henry Seward wird Nacht für Nacht in einem Schloss irgendwo in Frankreich von Valeri Rusmanov gefoltert, weigert sich aber beharrlich, die Geheimnisse von Department 19 auszuplaudern.

Sein "Gastgeber" ist Dracula, der erst vor kurzer Zeit von den Toten erweckt wurde und Unmengen menschlichen Blutes konsumieren muss, um wieder zu Kräften zu kommen. Dracula braucht Zeit und kann es sich nicht leisten, dass seine Feinde ihm auf die Spur kommen. Um Department 19 sowie die verwandten Organisationen die infolge des Angriffs auf Schwarzlicht enger zusammengerückt und somit potentiell gefährlicher für Dracula geworden sind beschäftigt zu halten, nutzt Dracula sein eigenes Blut, um eine neue Generation von Vampiren zu erschaffen.

Tausende Insassen von Hochsicherheitsgefängnissen in aller Welt werden mit Draculas Blut zu Bestien gemacht, die weit stärker und schneller sind, als Frischverwandelte es sein dürften.

Durch die Jagd auf diese neuen Vampire werden die Ressourcen von Department 19 gebunden. In dieser Situation entsteht im Verborgenen eine neue Bedrohung für Department Deren oberste Maxime, die strengste Geheimhaltung, droht durchbrochen zu werden. Die Öffentlichkeit darf nichts von der Existenz der Vampire erfahren und schon gar nicht darf bekannt werden, dass diese Kreaturen von einer über dem Gesetz stehenden Behörde bekämpft werden, die niemandem Rechenschaft schuldig ist.

Dies ist der letzte in deutscher Sprache erschienene Band aus der Serie "Department 19". Damit ist die Serie allerdings nicht abgeschlossen. Normalerweise lese ich eine Serie immer zu Ende, wenn ich denn mal damit angefangen habe, auch wenn sie mir nicht besonders gefällt und wenn ich auf die fremdsprachigen Originale zurückgreifen muss.

Im Falle von "Department 19" muss ich mir das noch überlegen, denn ich bin von Anfang an nicht warm damit geworden. Die zugrunde liegende Idee, dass die Romanfiguren Bram Stokers reale historische Vorbilder haben, deren Nachkommen immer noch gegen Draculas Brut kämpfen, macht den ersten Band zusammen mit zahlreichen Rückblick-Kapiteln, in denen besagte Romanfiguren im Zentrum stehen, zu etwas besonderem. Dieser Aspekt wurde in Band 2 schon deutlich zurückgefahren, jetzt spielt er leider überhaupt keine Rolle mehr.

Stattdessen zeichnet sich ab, dass Department 19 bald ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden wird. Die Väter von Kate und Matt Browning spielen hierbei eine nicht unwesentliche Rolle, zusätzliches Konfliktpotential entsteht dadurch, dass man Jamie verheimlicht, was in Wahrheit aus seinem Vater geworden ist. Er ist der geheimnisvolle Gefangene in Area Das finde ich grundsätzlich nicht schlecht. Ich habe mich immer gefragt, ob es bei Schwarzlicht irgendein Regelwerk gibt, in dem definiert ist, wann ein Vampir auf die Abschussliste kommt und wann nicht.

Ich fürchte jedoch, dass diese Thematik in den folgenden Bänden ebenso stiefmütterlich behandelt wird wie im dritten. Gefühlt besteht die Hälfte des Texts aus Verfolgungsjagden und sehr, sehr blutigen Kämpfen. In der x-ten Wiederholung fand ich das nur noch langweilig. Beziehungsprobleme sind für diese Romanreihe offenbar obligatorisch, diesmal fallen sie in Larissas Zuständigkeitsbereich. Die junge Vampirin vergnügt sich mit ihren neuen Freunden in Las Vegas und lässt zu, dass sich eine Liebelei zu einem dienstlichen Problem auswächst.

Das alles ist so lächerlich, dass mir die Steigerungsformen allmählich ausgehen, obendrein sind mir die meisten Hauptfiguren einfach unsympathisch. Nach einem verheerenden globalen Krieg ist die Erde weitgehend unbewohnbar geworden. Die Atmosphäre wird durch Asche und Staub verdunkelt, so dass sich neue Gletscher ausbreiten. Die Kontinente wurden durch riesige Meteoriten verwüstet, die von den rebellierenden Bewohnern des Asteroidengürtels als Waffen eingesetzt worden sind.

Es ist nun unterwegs zu einem weit entfernten Sonnensystem, in dem ein bewohnbarer Planet vermutet wird. Für die bei 2 Grad Kelvin schockgefrosteten Schläfer vergeht praktisch keine Zeit. Der wiederholte Prozess des Aufwachens und der Rückkehr in den Kälteschlaf, verbunden mit der an Bord herrschenden minimalen Rotationsschwerkraft, ist mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden.

Er zehrt nicht nur an den körperlichen, sondern auch an den geistigen Reserven der Menschen, denn während der Hibernation haben sie schreckliche Alpträume. In den Wachphasen müssen sie Psychopharmaka einnehmen, mit denen die Erinnerungen an die Träume blockiert werden. Manche Besatzungsmitglieder überstehen die Prozedur nach einigen Durchläufen nicht mehr; sie fallen ins Koma. Andere sterben bei Unfällen.

Irgendwann sind nur noch 23 Besatzungsmitglieder am Leben. Nach Flugjahren hat die Seterra ihr Ziel erreicht. Sonden werden zur Erkundung des Zielsystems vorausgeschickt und die Bremsphase wird eingeleitet. Doch das Raumschiff hat in all den Jahren ebenso sehr gelitten wie die Besatzung.

Materialermüdung, Einschläge von Mikrometeoriten sowie durch menschliches Versagen verursachte Schäden haben sich summiert und die Zündung des Hauptantriebs schlägt fehl. Dies ist der erste Band einer Trilogie, die ich vor genau 30 Jahren gelesen habe. Die drei Romane gehören zu den wenigen Büchern, die ich beim Umzug in meine erste eigene Wohnung nicht verkauft oder verschenkt habe, weil ich sie irgendwann noch einmal lesen wollte.

Wie ich neulich schrieb, habe ich beschlossen, dass jetzt "irgendwann" ist! Der Grund dafür, dass ich die "Seterra"-Romane nicht hergeben wollte, ist der Aufwand, den ich beim Zusammensuchen der drei Bücher betreiben musste.

Sie waren schon vergriffen, konnten also im Buchladen nicht nachbestellt werden, und Online-Antiquariate gab's damals allenfalls in Science-Fiction-Geschichten! Figurenzeichnung war nicht Kreimeiers Stärke, zumindest hatte ich den Eindruck einer gewissen Distanziertheit des Autors zu seinen Protagonisten.

Der Roman beginnt mit der Fehlzündung des Hauptantriebs und lässt schon auf den ersten Seiten erkennen, was dem Autor wichtiger war als das Figurenensemble: Die detailreiche Beschreibung des Raumschiffs und der technischen Abläufe. In genau diesem Stil geht es weiter. Die nicht sonderlich komplexe Handlung wird durch lange, fast wissenschaftlich genaue deskriptive Passagen in kleine Häppchen zerteilt.

Von dem guten Dutzend weiterer Personen ganz zu schweigen. Damit muss sich der Leser zufriedengeben! Wer sind diese Leute? Wie gestalten sich ihre Beziehungen zueinander? Bis auf McLelan, dem der Autor etwas mehr Aufmerksamkeit widmet als dem Rest, sind mir so ziemlich alle fremd geblieben. Viele Namen, keine Gesichter! Die Situation allerdings, in der sich diese Personen befinden, wird sehr gut vermittelt. Durch die vielen Beschreibungen fällt es wie gesagt leicht, sich den Ort des Geschehens vorzustellen.

Das Raumschiff mag viele Kilometer lang sein, dennoch ist es ein Gefängnis, zumal manche Sektoren verstrahlt sind oder aus anderen Gründen nicht betreten werden können.

Zur körperlichen Dauerbelastung kommen einerseits die Angst vor den durch Drogen blockierten Alpträumen in einem eindrucksvollen Kapitel wird gezeigt, welches Grauen jenen bevorsteht, bei denen die Psychoblocker versagen und andererseits die Unsicherheit der Besatzungsmitglieder infolge mangelhafter Datenlage. Viele Speicherbereiche des Computers sind gesperrt, er folgt festverdrahteten, unveränderbaren Grundprogrammen, die teils auch noch geheim sind.

Die Menschen beginnen sich zu fragen, ob die Drogen womöglich mehr blockieren als nur die Erinnerungen an die Alpträume.

Die klaustrophobische, bedrohliche Atmosphäre wird gut eingefangen. Teppic ist ein perfekter Assassine. Durch jahrelanges Training hat er die Fähigkeit erworben, sich seinen Opfern unbemerkt zu nähern und jedes Hindernis zu überwinden. Senkrechte Mauern können ihn ebenso wenig aufhalten wie verschlossene Türen.

Teppic beherrscht das Instrumentarium des Todes im Traum, allerdings steht ein entscheidendes Handicap einer Karriere als Auftragsmörder im Wege: Teppic kann niemanden töten.

Ein Nachfolger wird dringend gebraucht, denn zu den Aufgaben des Pharaos gehört es unter anderem, jeden Tag die Sonne aufgehen zu lassen. In Wahrheit ist der streng auf die Einhaltung des höfischen Protokolls und die alltägliche Durchführung althergebrachter Rituale bedachte Hohepriester Dios derjenige, der in Djelibeby das Sagen hat. Teppics Reformversuche er vermisst sanitäre Anlagen und Federbetten, wie er sie in Ankh-Morpork kennengelernt hat werden von Dios im Keim erstickt.

Weite Teile des Landes sind bereits mit Pyramiden vollgestellt. Teppic wollte das schöne Mädchen eigentlich begnadigen. Kaum haben die beiden jungen Leute Djelibeby hinter sich gelassen, da verschwindet das ganze Land, als hätte es nie existiert. Von den Philosophen des Nachbarlandes Ephebe erfährt Teppic, dass die Pyramiden mehr sind als nur protzige Aufbewahrungsstätten für Mumien.

In ihrem Inneren wird die Zeit zum Stillstand gebracht, allerdings muss sich die aufgestaute Zeit allnächtlich entladen. Bei der neuen Pyramide hat das nicht funktioniert, und so wurde Djelibeby in eine andere Dimension gerissen Ein Teil des siebten Scheibenwelt-Romans mag in Ankh-Morpork spielen, dennoch lässt er sich sehr gut völlig losgelöst vom restlichen Zyklus goutieren.

Zumindest leben hier weder Hexen noch Zauberer. Leider bedeutet das auch, dass der Leser auf unvergessliche, lieb gewonnene Charaktere wie Oma Wetterwachs, Rincewind und dergleichen verzichten muss.

Tod hat nur einen ganz kurzen Auftritt. Teppic und sein gar nicht so toter Vater er ist zunächst als Geist vertreten und wird im weiteren Verlauf der Story als Mumie reinkarniert , Ptraci, Dios und verschiedene Nebenfiguren erreichen diese Qualität nicht ganz.

Er ist nur etwas anders. Vordergründig wird das alte Ägypten auf die Schippe genommen und es wird ein Ausflug ins antike Griechenland gemacht. Nachdem Djelibeby verschwunden ist, so dass kein Puffer mehr zwischen den benachbarten verfeindeten Ländern Ephebe und Tsort mehr existiert, bereiten diese Staaten die Invasion des jeweils anderen vor. Als probates Mittel benutzen sie Trojanische Pferde oder etwas Ähnliches , die sich dann längere Zeit an der Front gegenüberstehen, weil natürlich niemand daran denkt, die Dinger abzuholen.

Das ist nur eine von unzähligen Pratchett-typischen skurrilen Ideen. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Pyramidenbau und Quantenmechanik sehr viel miteinander zu tun haben? Bei Pratchett gibt es immer auch eine Meta-Ebene.

Djelibeby ist natürlich nicht nur eine Ägypten-Persiflage. Vielmehr geht es um die Gefährlichkeit von Dogmen, deren Sinn längst in Vergessenheit geraten oder sogar überholt ist. Religion ist für solche Leute ohnehin nur ein Instrument zur Machtausübung - als die Götter Djelibebys tatsächlich erscheinen, sorgt das nur für Probleme Im Jahre hat sich die Arbeitswelt durch neue Technologien, eine umfassende Automation und den Wegfall einzelner Stufen der Wertschöpfungskette grundlegend gewandelt.

Zellkultur-Produktion hat die Massentierhaltung abgelöst, tierleidfreies Zuchtfleisch ist vom "Original" nicht zu unterscheiden. Völlig neue Werkstoffe wurden entwickelt und aus E-Coli-Bakterien wird sauberer Biokraftstoff gewonnen. Auch Menschen können geneditiert werden. In den meisten Ländern unterliegt dies strengster Reglementierung. Nur die Eliminierung von Erbkrankheiten und anderen Gendefekten bei Ungeborenen ist erlaubt. Natürlich ist viel mehr möglich, denn das menschliche Genom ist längst entschlüsselt.

In illegalen Einrichtungen können werdende Eltern aus einem ganzen Katalog von Eigenschaften für den genetisch aufgerüsteten Nachwuchs wählen. Zentrum des milliardenschweren Schwarzmarktes für Designerbabys ist Singapur, die neue Technologiehauptstadt der Welt.

Interpol leistet wertvolle Beiträge zur Bekämpfung illegaler Labors. Kenneth Durand hat einen Algorithmus zur Auswertung der bei den zuständigen Behörden eingehenden Datenflut entwickelt, mit dessen Hilfe innerhalb weniger Monate zahlreiche Embryofabriken in Singapur identifiziert werden konnten. Jetzt erhält er einen neuen Auftrag. Diese Organisation stellt den Embryofabriken die zur Berechnung von Erbgutmanipulationen benötigte Rechenzeit zur Verfügung und ist dabei, eine riesige Gendatenbank aufzubauen.

Hierfür wird genetisches Material von Migranten genutzt. Flüchtlinge oder vielmehr deren Kinder werden zum Test der Tauglichkeit errechneter Genedits missbraucht. Wyckes ist die treibende Kraft hinter der Huli jing. Ohne ihn, so glaubt Marcotte, würde die Organisation zerfallen. Doch Wyckes ist ein Phantom. Niemand kennt seinen Aufenthaltsort.

Durand soll seinen Algorithmus einsetzen, um den Syndikatsboss aufzuspüren. Durand ist wegen seiner Erfolge bereits zur Zielscheibe der Huli jing geworden. Auf dem Nachhauseweg wird er von einem Unbekannten überfallen, der ihm eine Injektion gibt.

Durand wähnt sich dem Tode nahe und verliert das Bewusstsein. Wochen später kommt er in der Intensivstation eines Krankenhauses wieder zu sich. Da der Unbekannte Durands Papiere gestohlen hat, war seine Identität bisher nicht bekannt. Jetzt können seine Kollegen verständigt werden. Durand versteht nicht, warum sie ihn verhaften, bis er sein Spiegelbild sieht. Er wurde in jenen Mann verwandelt, den er dingfest machen sollte!

Durand flieht und wird nun nicht nur von der Polizei gejagt, sondern auch von den Killern des echten Wyckes. Durand muss sterben, damit die Welt Wyckes für tot hält Seien es Daten- bzw. Das alles kommt uns irgendwie bekannt vor, nicht wahr? Suarez spinnt derartige Tendenzen weiter, ohne den Boden der Glaubwürdigkeit jemals zu verlassen.

Gleiches gilt für das zentrale Thema des Romans: Gentechnisch veränderte Mikroorganismen und Pflanzen sind längst keine Science Fiction mehr. Künstlich erschaffene Enzyme werden schon seit Jahren zur Beeinflussung des Erbgutes eingesetzt. Noch ist nicht klar, ob es in der realen Welt zu der von Suarez postulierten "vierten industriellen Revolution" infolge der synthetischen Biologie kommen wird.

Ich bezweifle es nicht. Alles, was machbar ist, wird irgendwann von irgendwem gemacht werden, egal welche moralischen Bedenken oder gesetzlichen Einschränkungen es geben mag. Suarez zeigt auf, wohin das Herumpfuschen am menschlichen Erbgut letzten Endes führen kann. Suarez geht sogar noch weiter. Hierbei wird nicht nur eine Keimzelle manipuliert, aus der sich dann ein Kind entwickelt, sondern jede einzelne Körperzelle eines voll ausgereiften Organismus. An Durands Beispiel wird deutlich, was das bedeutet.

Wie soll Durand beweisen, dass er nicht Wyckes ist, wenn er nicht nur dessen Aussehen bis hin zu Zahnschema und Fingerabdrücken hat, sondern auch seine DNS? Identität steht zur Disposition, wodurch jegliche Strafverfolgung ad absurdum geführt wird Suarez breitet also wieder einmal einen hochinteressanten, ziemlich pessimistisch geprägten und sehr schön ausgearbeiteten Weltenentwurf vor dem Leser aus.

Wie üblich verpackt er den zum Nachdenken anregenden Stoff in eine spannende Thriller-Handlung. Ich fand den Roman klasse, solange sich Durand in seiner neuen Haut zurechtfinden und begreifen muss, was überhaupt mit ihm geschehen ist. Natürlich setzt Durand alles daran, die Verwandlung umzukehren und Wyckes doch noch unschädlich zu machen. Nun, es geht dann wirklich alles Schlag auf Schlag und ähnlich wie in "Control" müssen sich die Schurken gegeneinander wenden, damit das Happy End erreicht werden kann.

Von der Auflösung war ich daher nicht so begeistert. Zur Vorgeschichte siehe Vergeltung der Vampire. Die Vampire sind ausgerottet. Justinia Malvern, die letzte dieser mit gewaltigen Körperkräften und magischen Fähigkeiten ausgestatteten mörderischen Kreaturen, wurde vor zwei Jahren von Laura Caxton vernichtet. Das Mordopfer ist ohne einen Tropfen Blut im Leib aufgefunden worden. Für Clara sind diese Anzeichen Beweis genug für die Annahme, dass mindestens ein Vampir, wahrscheinlich Malvern, immer noch aktiv ist.

Die beiden recherchieren entgegen Fetlocks Anweisungen auf eigene Faust und kommen zu der Erkenntnis, dass Malvern ihren Tod seinerzeit nur vorgetäuscht hat. Offensichtlich ist Malvern dabei, eine riesige Halbtotenarmee zu rekrutieren. Fetlock will davon nichts wissen. Er zieht Glauer von dem Fall ab. Sie lässt nicht locker, denn sie nimmt an, dass Malvern einen Rachefeldzug gegen Laura vorbereitet.

Das Problem dabei ist, dass Laura als flüchtige Kriminelle gilt. Nach dem vermeintlich finalen Kampf gegen Malvern ist sie nicht in ihre Gefängniszelle zurückgekehrt, sondern geflohen und bei ihren alten Freunden untergetaucht, den Witchbillies in den unzugänglichen Hügeln von Pennsylvania. Malvern hat die Zeit auf ihrer Seite.

Sie muss nur abwarten, bis alle Menschen gestorben sind, die noch wissen, wie man Vampire bekämpft. Beide haben magische Kräfte und unterstützen Laura beim Aufbau einer ausgeklügelten Falle; allerdings muss Malvern zunächst einmal aus der Reserve gelockt werden.

Doch die Vampirin hat nicht Jahre überdauert, um sich so leicht von einer Sterblichen überlisten zu lassen.

Simon, der tief traumatisierte Sohn Jameson Arkeleys, dient ihr unwissentlich als Spion bei den Witchbillies. Als es Clara endlich gelingt, Laura aufzuspüren, spielt sie Malvern damit direkt in die Hände. Fetlock sorgt mit seiner Borniertheit und Inkompetenz für zusätzliche Schwierigkeiten.

Lauras Schicksal scheint besiegelt zu sein Der fünfte und letzte Band von David Wellingtons Vampir-Serie ist schon vor sechs Jahren erschienen - genauso lange ist es her, dass ich Band 4 gelesen habe - und wurde bisher nicht ins Deutsche übertragen. Da ich Romanzyklen selbst dann bis zum bitteren Ende lesen möchte, wenn sie mir nicht so wahnsinnig gut gefallen, habe ich mir das Buch im englischen Original zugelegt. Ich bin froh, dass die Serie jetzt endlich zu Ende ist, zumal der Abschluss zwar durchaus überzeugen kann, der Roman aber doch eher einfach gestrickt ist.

Zumindest ein Hintertürchen hat sich der Autor offengelassen. Achtung, hier folgen Spoiler! Wer nicht wissen möchte, wie der Roman ausgeht, möge erst beim nächsten Absatz weiterlesen. Es zeigt sich, dass Laura mehr Tricks auf Lager hat als Malvern. Die uralte Vampirin wird endgültig vernichtet. Der Vampirfluch allerdings existiert weiter!

In einem der vorherigen Romane wurde er Laura eingepflanzt. Sie müsste jetzt nur noch Selbstmord begehen bzw.