Börse: Steigende Zinsen drücken die Aktienkurse – aber nicht immer

Hohe Zinsdifferenz zwischen den USA und Europa. Im Gegensatz zu den USA bewegen sich die Kapitalmarktzinsen in der Eurozone nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau – entsprechend groß sind die Zinsunterschiede dies- und jenseits des Atlantiks.

Sie haben die deutsche Länderausgabe ausgewählt. Ebenso interessant wie die Frage, wie sich steigende Zinsen auf Aktien insgesamt auswirken, ist die, welche Papiere dann besser oder schlechter laufen. Im vergangenen Jahr investierten die Deutschen rund Milliarden Euro in solche Fonds und damit knapp 25 Milliarden mehr als noch

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Was steigende Zinsen für Aktien bedeuten Das Zusammenspiel von Aktienkursen und Bondrenditen zählt zu den zentralen Elementen an den Finanzmärkten. Was die Vergangenheit lehrt.

Auf diese Weise bilden sich Erwartungen, die im Vorfeld von geldpolitischen Entscheidungen bereits in die Aktienkurse eingepreist werden. Am Tag der Zinsentscheidung reagieren die Investoren dann nur noch auf Überraschungen, also auf den Teil der Notenbankentscheidung, der von ihnen nicht erwartet worden war.

Doch die Aktienmärkte sind nicht so effizient, wie manche meinen. Sie passen sich noch in den 20 Tagen nach einer Notenbankentscheidung an das neue Zinsumfeld an. Auf kurze Sicht stimmt es also tendenziell: Zinserhöhungen sind meist schmerzvoll für Aktienanleger, und Zinssenkungen beflügeln das Depot. Aber wie sieht es langfristig aus?

Das ist für ernsthafte Anleger die wichtigere Frage. Um die zu beantworten, haben Dimson, Marsh und Staunton untersucht, wie sich Aktien über vollständige Zinszyklen entwickeln. Die Resultate deuten in dieselbe Richtung wie die Kurzfristanalyse: Während Zinssenkungszyklen waren die um die Inflation bereinigten Aktienrenditen im Durchschnitt deutlich höher als während Perioden, in denen die Notenbanken die Zinsen erhöhten.

Die realen Renditen waren im Schnitt stets positiv, auch in Perioden steigender Zinsen. Wichtig ist der Vergleich der realen und nicht der nominalen Renditen. Denn Letztere sagen nichts über den tatsächlichen Vermögenszuwachs aus.

Bei einer nominalen Rendite von zehn Prozent etwa und einer Inflationsrate von zehn Prozent hat ein Anleger nichts gewonnen. Die Kaufkraft seines Vermögens ändert sich nicht. Anleger erzielten eine reale Rendite von 8,2 Prozent während der Zinssenkungszyklen und nur 1,7 Prozent, wenn die britische Notenbank eine restriktive Geldpolitik verfolgte und die Leitzinsen schrittweise erhöhte.

In dieser Zeit hob die Fed den Leitzins im Schnitt 4,3-mal an. Zinssenkungszyklen waren mit 2,2 Jahren im Durchschnitt länger. In diesen Phasen senkte die Fed den Leitzins durchschnittlich 4,7-mal. Wir halten also fest: Steigende Notenbankzinsen drücken im Schnitt die realen Renditen, aber sie führen tendenziell nicht zu sinkenden Aktienkurse. Wichtig ist, sich immer vor Augen zu führen, dass sich solche statistischen Analysen immer auf den Durchschnitt aller Ereignisse beziehen, die Gegenstand der Untersuchung sind.

Einzelne Ereignisse werden aber immer und zum Teil stark voneinander abweichen. Dass Anleger an den Aktienmärkten nicht immer nach demselben Muster handeln, liegt unter anderem an den unterschiedlichen ökonomischen Rahmenbedingungen während einzelner Zinszyklen.

Steigende Zinsen können von der Mehrheit der Investoren auch als positiv wahrgenommen werden, etwa als Zeichen ökonomischer Stärke oder als willkommene Bekämpfung steigender Inflation. Andersherum können Anleger sinkende Zinsen auch als negatives Signal deuten, etwa als Beleg für eine sich verfestigende Krise.

Bleibt die Frage, warum sich Aktien bei steigenden Zinsen tendenziell schlechter entwickeln? Eine eindeutige Antwort hat die Forschung bisher nicht geliefert. Zwei mögliche Erklärungen liegen auf der Hand:. Wenn Anleger den inneren oder fairen Gegenwartswert einer Aktie auf Basis der diskontierten künftigen Cashflows berechnen, dann führen steigende Zinsen, falls alle anderen Faktoren unverändert bleiben, zu einem höheren Diskontfaktor und damit zu einem niedrigeren Gegenwartswert der Aktie.

In der Folge sinkt auch der Kurs an der Börse, weil Anleger nicht mehr bereit sind, den alten Kurs zu bezahlen. So weit eine Theorie. Während Zinssenkungsphasen waren es nur 2,2 Prozent.

Das ist keine Überraschung. So auch im Jahr und im Jahr Die ersten Zinserhöhungen fanden meistens im Aufwärtstrend bei den Aktien statt und Die starken Zinserhöhungen in den Jahren und wurden durchgeführt um die damalige Internet-Blase New Economy Blase einzudämmen.

Man kann jedenfalls keine negative Korrelation zwischen der Höhe des Leitzinssatzes und der Entwicklung von Aktienkursen erkennen — im Gegenteil.

Zinserhöhungen finden dann statt wenn die Wirtschaft dazu in der Lage ist diese zu verkraften. Die Zentralbank will ja nicht absichtlich die Wirtschaft gefährden sondern mit den Zinserhöhungen gegen Überhitzung und Inflation ankämpfen.

In Zeiten von stagnierendem Wirtschaftswachstum und schlechtem Konsum macht es keinen Sinn die Zinsen zu erhöhen. Die Gefahr einer Inflation ist in dieser Zeit nicht gegeben — im Gegenteil: Höhere Zinsen deuten also auf eine stärkere Wirtschaft hin, die in der Lage ist mit diesen Zinsen umzugehen.

Sie deuten auch darauf hin, dass sowohl die Nachfrage nach Fremdkapital für Investitionen stark ist als auch die Verfügbarkeit dieses Kapitals gegeben ist. Im Gegensatz dazu zeigen Phasen sehr niedriger Zinsen, dass es Probleme gibt — besonders wenn trotz niedriger Zinsen keinerlei Inflation stattfindet. Dann kommt nämlich das billige Geld nicht bei den Unternehmen und Verbrauchern an die es benötigen.

Oft gibt es Kreditklemmen wo Banken keine Kredite vergeben wollen oder können. Da bringt das billigste Geld nichts, wenn niemand Zugang dazu erhält. Dazu kommt noch, dass Anleihen in Zeiten steigender Zinsen auch keine gute Anlage sind: Die Renditen der Anleihen steigen natürlich wenn die Zinsen steigen, sodass der Wert der Anleihen sinkt.

Wieso sollte man auch z. Man hätte dann sein Geld eventuell bei einem zu niedrigen Zinssatz für 5 Jahre gebunden. Die Märkte nahmen die Zinserhöhung heute auch positiv auf: Präsident Obama hat sie für den Vorsitz der amerikanischen Zentralbank Fed nominiert c frbsf.

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