Wirtschaft in Indien


Damit liegen die wahren Kosten für qualifiziertes Personal in Indien bei mindestens!

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Um die Entwicklung der einheimischen Industrie zu fördern, erschwerte man den Zugang ausländischer Erzeugnisse und Investoren zum indischen Binnenmarkt. Es wurden Schutzzölle eingeführt und sogar Einfuhrverbote verhängt. Mit dieser Strategie Importsubstitution sollten ausländische Erzeugnisse durch Güter aus eigener Herstellung ersetzen werden.

Damit wollte man Devisen sparen und Arbeitsplätze für die eigene Bevölkerung schaffen. Bereits zu Beginn der er Jahre wurde das System als nicht offen und marktwirtschaftlich genug kritisiert. Man störte sich vor allem am mangelnden technischen Fortschritt und am fehlenden ausländischen Kapital. Dennoch schritt die Industrialisierung Indiens voran. Bis dahin war die Landwirtschaft von staatlicher Seite vernachlässigt worden, obwohl sie noch immer mehr als zwei Drittel der Bevölkerung beschäftigte.

Zwar nahm die indische Regierung nach der Unabhängigkeit Landreformen vor, indem sie den erlaubten Grundbesitz begrenzte, aber die Bestimmungen konnten leicht umgangen werden. Im wesentlichen blieb auf dem Land ein nahezu feudales System bestehen, mit vielen Kleinbauern, die kaum mehr als Subsistenzwirtschaft betrieben, und wenigen mächtigen Landbesitzern.

Vor allem im Osten des Landes haben sich diese Verhältnisse bis heute gehalten. Die in den er Jahren erzielten Ertragssteigerungen waren vor allem auf eine Ausdehnung der Anbauflächen zurückzuführen, nicht aber auf grundlegende Strukturveränderungen in der Landwirtschaft. Die sozialen Auswirkungen werden allerdings sehr unterschiedlich bewertet. Neue Methoden wurden hauptsächlich in Regionen eingesetzt, die schnelle Erfolge versprachen.

Dies verschärfte aber auch die regionalen Missverhältnisse in der Produktivität. Erst später stellten sich auch beim Reis Erfolge ein. Mit der Verlagerung des staatlichen Investitionsschwerpunktes auf die Landwirtschaft verlangsamte sich das Industriewachstum zwischen und auf weniger als 4 Prozent im Jahresdurchschnitt gegenüber mehr als 6 Prozent in den beiden vorangegangenen Jahrzehnten. Zugleich blieb die Wirtschaftspolitik stark auf den Binnenmarkt ausgerichtet.

Mit der Abschottung vom Weltmarkt fiel Indiens Anteil am Welthandel, der noch 2,4 Prozent betragen hatte, auf weniger als 0,5 Prozent. Stattdessen drosselten Überregulierung und Korruption die wirtschaftliche Entwicklung Indiens.

Steigende Staatsausgaben für Verteidigung und Subventionen sowie rückläufige Steuereinnahmen führten in den Jahren bis zu einer Wirtschafts- und Finanzkrise. Indiens internationale Kreditwürdigkeit sank beträchtlich. Dagegen hatten herausragende indische Wirtschaftswissenschaftler wie Jagdish Bhagwati und T. Zunächst stand die Bewältigung der prekären Finanzlage auf Grund der vorangegangenen Wirtschaftskrise im Vordergrund.

Dazu wurden massive Kürzungen der Staatsausgaben, in erster Hinsicht mittels der Streichung von Subventionen , beschlossen. Vom Abbau der umfangreichen Einfuhrbeschränkungen Importquoten und Zolltarife erhoffte man sich eine nachhaltige Belebung der Handelsbeziehungen mit dem Ausland. Drittes Hauptziel war die Deregulierung des Binnenmarktes.

Die enorme Anzahl an Genehmigungen und Lizenzen, die der Aufbau und die Leitung eines privaten Unternehmens erforderten, wurde erheblich vermindert. Entscheidend war die Abschaffung der gesetzlich vorgeschriebenen indischen Mehrheitsbeteiligung an ausländischen Investitionen, deren Einführung in den er Jahren u.

Die Landwirtschaft blieb von den Neuerungen zunächst ausgenommen, wurde später aber in einzelnen Bundesstaaten, darunter Maharashtra und Andhra Pradesh, liberalisiert.

Hinzu kamen Arbeitsmarktreformen und ein umfassendes Infrastrukturprogramm. Seit ist Manmohan Singh Premierminister. Er war als Finanzminister unter Rao Hauptinitiator der indischen Wirtschaftsreformen. Die Zusammenarbeit Singhs mit Sonia Gandhi , die die Kongresspartei mit ihren 15 Koalitionspartnern im Mai zum Wahlsieg führte, scheint sich zu bewähren.

Auch er hat bereits in den 90er Jahren an den Reformen mitgewirkt, zunächst als Handelsminister von bis , dann bis als Finanzminister. Allerdings verfügt das Regierungsbündnis nicht über die absolute Mehrheit im Parlament und ist auf die Unterstützung kommunistischer Parteien angewiesen. Die komplizierten Mehrheitsverhältnisse erschweren Reformen. Nach Einschätzung vieler Beobachter hat sie ihre Anstrengungen bei der Privatisierung der riesigen Staatsunternehmen sowie bei Banken und Versicherungen in letzter Zeit aber erheblich zurückgeschraubt.

Unter dem Einfluss der kommunistischen Parteien, der durch die Ergebnisse der Regionalwahlen vom Mai stärker geworden ist, geriet der Privatisierungsprozess ins Stocken. Erfolge zeigen sich nur sehr langsam. Economic Outlook December Das hohe Haushaltsdefizit und die sich daraus ergebende Belastung mit Zinszahlungen begrenzen die Möglichkeiten der Regierung, durch Investitionen in den Infrastruktur-, Gesundheits- und Bildungsbereich die Armut nachhaltig zu bekämpfen.

Wachstumsmotor war in Indien — anders als in China — lange Zeit nicht die Industrie , sondern die Dienstleistungswirtschaft. Aus diesen Grund wird China als die zukünftige Werkbank der Welt bezeichnet, während Indien die intellektuelle Führung übernehmen werde. Im Fiskaljahr und wuchs die Industrie aber fast ebenso stark wie der Dienstleistungssektor. Gemessen an der Beschäftigtenstruktur ist Indien aber noch ein Agrarland.

Obwohl sich die Industrie lange Zeit deutlich weniger dynamisch entwickelt hat als der Dienstleistungssektor, hat sich trotz aller Behinderungen durch eine ausufernde staatliche Bürokratie auch hier ein leistungsfähiger Mittelstand privater Unternehmer gebildet. Indien unterscheidet sich in dieser Hinsicht deutlich von China, wo staatlich beherrschte Unternehmen noch eine wesentlich stärkere Stellung als in Indien haben. Der Übergang von einer sozialistisch orientierten Wirtschaftspolitik mit umfassender staatlicher Kontrolle und Reglementierung zu einer liberaleren Wirtschaftspolitik beschleunigte das Wirtschaftswachstum.

Überdurchschnittlich stark waren dabei die Produktionszuwächse in den liberalisierten Sektoren Telekommunikation und Flugverkehr. Indien gehört in der Klassifikation der Weltbank aber noch zur Gruppe der Entwicklungsländer mit niedrigem Einkommen.

Das Durchschnittseinkommen ist zwar gestiegen, aber für die ärmsten Bevölkerungsschichten in ländlichen Gebieten hat der Produktionsanstieg vielfach noch keine wesentliche Verbesserung des Lebensstandards gebracht.

Vom wirtschaftlichen Aufschwung profitierten bisher vor allem die wachsende Mittelschicht, die je nach Abgrenzung auf bis Millionen veranschlagt wird, und die Oberschicht.

In seinen Publikationen beschäftigt er sich vor allem mit Fragen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Südasiens. Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. Wolfgang-Peter Zingel für bpb. Zugleich fehlt es nicht an schockierenden Nachrichten von dort. Bernard Imhaslys Länderporträt möchte einen differenzierten Blick auf das riesige Land werfen. Die Lage in Kaschmir ist angespannt wie schon lange nicht mehr. Von Pakistan unterstützte Terrorgruppen haben mehrfach indische Militärstützpunkte angegriffen.

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Das hat auch die Position von Premierminister Singh geschwächt. Ihm wird vorgeworfen, nicht rechtzeitig gehandelt zu haben.

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